Strompreis
Alles hat seinen Preis. Auch der Strom. Und solange sich das kleine Rädchen am Stromzähler dreht, fließt das Geld in die Taschen der Stromanbieter und des Staates. Allein 40 Prozent der Stromkosten sind heute Steuern und Abgaben. Mit der Liberalisierung im Jahr 1998 hofften viele auf mehr Wettbewerb und sinkende Preise. Das war in den ersten Jahren auch zu spüren. Bis Steuern und Abgaben um etwa die Hälfte im Vergleich zu 1998 stiegen.
Der Strompreis setzt sich aus drei Komponenten zusammen: den Preisen für die Stromlieferung, die 2005 etwa 23 Prozente der Stromkosten ausmachten, dem Entgelt für die Netznutzung mit circa 36 Prozent und aus den Steuern und Abgaben, die rund 41 Prozent ausmachen. Hier entfallen wiederum zwölf Prozent auf die Ökosteuer zur Erfüllung klimapolitischer Ziele. Mit drei Prozent wird die Stromerzeugung aus Anlagen mit Kraft-Wärme-Kopplung und aus erneuerbaren Energien gefördert. Im Jahr 2007 lag der Strompreis ohne Steuern bei 0,1433 Euro pro Kilowattstunde. Die Stromrechnung in einem Drei-Personen-Haushalt, der rund 3500 kWh im Jahr verbraucht, beläuft sich auf ungefähr 60 Euro. Damit steht Deutschland trotz gestiegener Stromkosten im europäischen Vergleich gut da. In Italien müsste ein Drei-Personen-Musterhaushalt etwa 20 Prozent mehr zahlen.
Auch den Strompreis bestimmt der Markt. Im Stromgroßhandel gelten die gleichen Mechanismen wie an anderen Warenmärkten, denn auch hier wird der Preis durch Angebot und Nachfrage bestimmt. Demnach erhöhen sich die Strompreise, wenn bei gleich bleibendem Angebot die Nachfrage wächst. So sind die steigenden Stromkosten auch Resultat aus der gestiegenen Nachfrage nach Primärenergieträgern in Schwellenländern wie China, Brasilien oder Indien.
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