KFZ-Regionalklassen und ihre Auswirkung auf die Tarifgestaltung der Versicherungen

Unter den KFZ-Regionalklassen verstehen wir Risikomerkmale, anhand derer die Versicherungen ihre Tarife und Prämien gestalten. Dabei wird die Einstufung in die richtige KFZ-Regionalklasse von jeder Versicherung selbst vorgenommen. Die dafür notwendigen Daten und die aktuelle Regionalstatistik werden den Versicherern einmal im Jahr vom Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) zur Verfügung gestellt. Wie detailliert diese Risikostruktur in die Tarifgestaltung mit einfließt, ist von Versicherung zu Versicherung unterschiedlich. Viele Gesellschaften stimmen die Regionalklasse auf einzelne Landkreise ab, andere wiederum schlüsseln die Zuordnung der Regionalklasse für die KFZ-Versicherung bis auf die PLZ genau auf.

Zur Berechnung der neuen Regionalklassen für 2020 werden die statistischen Daten der letzten fünf Jahre herangezogen. Obwohl in Deutschland jeder Versicherer die Abhängigkeit zwischen Regionalklasse und Tarif selbst festlegt, ist bei allen ein Grundprinzip festzustellen: Ländlichere Gebiete werden als risikoärmer und Städte aufgrund des höheren Verkehrs- und Schadenaufkommens risikoreicher eingestuft. Dementsprechend sind natürlich auch die Tarife in Städten meist deutlich höher.

Diese Daten werden für die Festlegung der KFZ-Regionalklassen herangezogen:

  • die regionalen Unfallstatistiken
  • die Fahrweise, separiert anhand der jeweiligen amtlichen Kennzeichen
  • die Anzahl der zugelassenen Fahrzeuge in der jeweiligen Region
  • die Art der zugelassenen KFZ (mehr leistungsschwächere oder leistungsstärkere Fahrzeuge)

 

Die Differenzierung der KFZ-Regionalklassen nach den Versicherungsarten

Je nach Leistungskatalog und damit auch je nach Versicherungsart werden auch die KFZ-Regionalklassen der Auto-Versicherungen zugeordnet. So können KFZ-Haftpflichtversicherungen in einer deutschen Region beispielsweise vollkommen anders eingestuft sein als Voll- oder Teilkaskoversicherungen.

Änderung der KFZ-Regionalklassen

Wenn eine KFZ-Versicherung ihre Regionalklassen für Kraftfahrzeuge ändert, hat das meist auch Auswirkungen auf die bestehenden Verträge der Versicherungsnehmer. In diesem Fall ist die Versicherung jedoch dazu verpflichtet, dies schriftlich mitzuteilen. Ist der Versicherte nicht mit der Änderung der Regionalklassen einverstanden, kann er innerhalb eines Monats Einspruch erheben und den Versicherungsvertrag kündigen. Dies gilt im übrigen immer, wenn die Beiträge bzw. die Versicherungsprämien steigen.

Anpassung der Regionalklassen für 2021

Wie der ADAC mitteilt, dürfen sich im Jahr 2021 ca. 4,5 Millionen auf eine bessere Einstufung der Regionalklasse freuen. Hingegen wird es für ca. 4,8 Millionen Versicherte eine Beitragserhöhung geben. Für die deutliche Mehrheit der Autoverfahrer ändert sich in 2021 allerdings nichts. Folglich kommt es aufgrund der Regionalklassen-Einstufung weder zu einer Erhöhung noch zu einer Senkung der jährlichen Beiträge.

Berlin, Hamburg und München mit der höchsten Einstufung

Da die Einstufung in die Kfz-Regionalklasse vor allem von der Stadtgröße und der Größe des Ballungsraumes bestimmt wird, wundert es nicht, dass Millionenstädte wie Berlin, Hamburg oder München die höchste Einstufung in der Haftpflicht-Regioklasse erhalten. Diese liegt laut dem ADAC bei 12. Etwas besser sind die Einstufungen in mittleren Großstädten wie Dresden, Hannover oder Leipzig. Haben Sie Ihr Auto hier zugelassen, befinden Sie sich vermutlich in den Regionalklassen 9 bzw. 10. Besonders gut ist die Einstufung in Münster/Westfalen. Hier erfolgt die Einstufung in der Haftpflicht-Regionalklasse 2.

Kfz-Versicherung Service

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