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PKW-Maut in Deutschland, Österreich und der Schweiz

PKW Maut in Deutschland, Österreich und der Schweiz

Die Pläne der CSU eine PKW Maut in Deutschland einzuführen, die aber die deutschen Autofahrer nicht zusätzlich belasten soll, standen unter keinem guten Stern. Von allen Seiten regte sich Kritik (Stand August 2022). So gingen Rechtsexperten davon aus, dass Autofahrer aus dem EU-Ausland nicht benachteiligt werden dürfen, denn das verstößt gegen europäisches Recht. Bundesländer mit kleinem Grenzverkehr beklagten sich, dass ihnen wichtige Einnahmen in Zukunft fehlen werden, weil beispielsweise die Niederländer nicht mehr nach Deutschland zum Einkaufen kommen.

Die Pläne zur PKW Maut in Deutschland waren bereits besiegelt, so dass der ehemalige Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) entsprechende Verträge mit dem Dienstleister Eventim geschlossen hat. Nachdem die Einführung der deutschen PKW Maut jedoch von der EU gekippt wurde, konnten auch die Verträge nicht länger eingehalten werden. Daher läuft gerade eine Schadenersatzklage von Eventim gegen die deutsche Bundesregierung. Das die Bundesregierung zahlen muss, wurde bereits im Winter 2022 besiegelt, wie hoch die Entschädigung ausfällt ist jedoch unklar. Im Raum stehen 560 Millionen Euro Steuergelder.

Was bisher über die Maut in Deutschland bekannt war?

Wirtschaftsexperten rechnen aus, dass die Pkw-Maut lediglich 700 Millionen Euro in die Kassen bringen würde. Würde hingegen die LKW-Maut auf alle Straßen ausgedehnt, würden mehr als 4 Milliarden Euro in die Kasse kommen. Zudem wäre das ein weiterer Anreiz den Transport von der Straße auf die Schiene zu verlegen; eine Entlastung für die Umwelt und die staugeplagten Straßen. Und ein letzter Kritikpunkt darf ebenfalls nicht vergessen werden: Die Pkw-Maut soll für alle Straßen gelten, was im Endeffekt bedeutet, dass Sie als Pkw-Fahrer für das Fahren auf der Landstraße zahlen, während der Lkw dafür nichts zahlt.

Wie hoch die PKW Maut in Deutschland werden soll

Wird der Plan von Verkehrsminister Dobrindt fristgerecht umgesetzt, dann kommt die Maut für Pkws in Form einer Vignette, und zwar ab Januar 2016. Diese Vignette müssen alle Fahrzeuge haben, die nicht mehr als 3,5 Tonnen wiegen, also auch Motorräder. Es soll sie als 10-Tages-Vignette, als Monatsvignette und Jahresvignette geben.

Wie viel Sie die Vignette kosten wird, hängt von verschiedenen Faktoren ab. Alle Fahrzeuge mit Otto- und Wankelmotor, deren Erstzulassung im Juli 2009 oder später stattfand, zahlen zwei Euro je angefangener 100 Kubikzentimeter Hubraum. Die Obergrenze liegt hier bei 5000 Kubikzentimeter. Alles, was darüber ist, zahlt einen Pauschalbetrag. Wurde das Fahrzeug vor dem Juli Jahr 2009 zum ersten Mal zugelassen, dann entscheidet die Schadstoffklasse über den Betrag pro 100 Kubikzentimeter Hubraum. Fahren Sie einen Diesel, dann werden 9,50 Euro pro 100 Kubikzentimeter fällig. Die Obergrenze liegt bei 1100 Kubikzentimetern. Rechenbeispiel: Ein Golf VI mit Dieselantrieb und 1598 Kubikzentimeter Hubraum, Erstzulassung im Jahr 2010, würde 104,50 Euro Autobahnmaut pro Jahr kosten. Die soll aber, um deutsche Autofahrer nicht zusätzlich zu belasten, mit der Kfz-Steuer verrechnet werden.

Die PKW Maut in Österreich

Für die PKW-Maut in Österreich müssen Sie eine Vignette kaufen, wenn Sie Autobahnen und Schnellstraßen nutzen wollen. Die 10-Tages-Vignette kostet Sie für Ihren Pkw 8,50 Euro und fürs Motorrad 4,50 Euro. Alternativ gibt es die 2-Monats-Vignette für 24,80 (Pkw) und 12,40 Euro (Motorrad) sowie die Jahresvignette für 82,70 Euro bzw. 32,90 Euro. Angebracht werden muss die Vignette auf der Windschutzscheibe. Zusätzlich zur Vignette wird für die meisten Tunnel und Passstraßen eine Maut erhoben.

Vignette in der Schweiz

Die Maut in der Schweiz wird für alle Autobahnen und Nationalstraßen der Klasse 1 und 2 erhoben. Die Abgabe wird mittels Vignette geregelt und ist für Motorräder wie Pkw Pflicht. Die Vignette ist ausschließlich für das laufende Kalenderjahr erhältlich, wobei sie ab Dezember des Vorjahres und bis Januar des Folgejahres gilt. Sie kostet 40 Schweizer Franken, was circa 33 Euro sind. Angebracht wird die Vignette für die Schweiz gut sichtbar auf der Innenseite der Windschutzscheibe oder an einem leicht zugänglichen und nicht veränderbaren Teil des Motorrades.

Bußgelder für fehlende Vignette in Österreich und der Schweiz

Wer ohne Vignette in der Schweiz oder Österreich erwischt wird, der muss mit einem Bußgeld von 165 Euro bis 300 Euro rechnen. Achtung: Kleben Sie die Vignette in Österreich falsch an, dann kostet das 120 Euro Ersatzmaut, wenn Sie sofort bezahlen können. Können Sie nicht sofort zahlen, werden mindestens 400 Euro fällig.

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