Berufsunfähigkeit: Wann die Versicherung nicht zahlen muss!

Was tun bei Leistungsverweigerung der Berufsunfähigkeitsversicherung?

Im Durchschnitt verweigern in 30 Prozent aller Fälle die Versicherungen dem Versicherten aus verschiedenen Gründen, seine Berufsunfähigkeitsrente auszuzahlen. Eine erstaunlich hohe Quote, die zudem von Versicherer zu Versicherer unterschiedlich ist. So lag die Leistungsquote bei Anträgen auf Berufsunfähigkeit im Jahr 2013 laut Morgen & Morgen bei einem der analysierten Versicherer bei 85,31 Prozent, während ein anderer Versicherer eine Quote von 60,8 Prozent erreichte.

Gründe für Zahlungsverweigerung

Hauptgrund die Rente zur Berufsunfähigkeit durch die Versicherung nicht zu zahlen, ist laut Versicherungen, dass der Berufsunfähigkeitsgrad von 50 Prozent nicht erreicht wurde. Der Haken bei diesem Grund ist: Was bedeuten 50 Prozent Berufsunfähigkeit? Ist ein Fliesenleger, der durch einen Unfall nicht mehr lange stehen kann, schon zu 50 Prozent berufsunfähig. Er könnte doch immer noch die Bodenfliesen legen? Der zweithäufigste Grund für eine Ablehnung ist, dass der Kunde nicht mehr reagiert. Warum können die Versicherer nicht sagen. Fakt ist, dass die meisten Fälle von Berufsunfähigkeit durch psychische Erkrankungen verursacht werden. Nun verlangen die Versicherer häufig diverse Nachweise, lehnen Anträge ab, verzögern, zweifeln Gutachten an, verlangen neue Beweise für die Berufsunfähigkeit usw. Psychisch kranke Menschen sind mit diesem Papierkram noch mehr als Gesunde überfordert. Sie verzweifeln, reichen die Unterlagen nicht ein und ihr Fall verläuft im Sand.

Der dritte Grund ist, dass der Kunde seine Anzeigepflicht verletzt hat. Hat man beispielsweise beim Antrag der Berufsunfähigkeitsversicherung eine psychologische Vorerkrankung verschwiegen, kann dies im Versicherungsfall nach hinten losgehen. Wobei gerade hier viele Versicherer aktiv werden. Sie lagern die Fallbearbeitung an Firmen aus, die damit werben, jedem Kunden eine vorvertragliche Verletzung der Anzeigepflicht nachzuweisen. Die Leistungsverweigerung der Berufsunfähigkeitsversicherung ist nicht selten, deshalb hier unsere Tipps.

1. Beim Antrag zur Berufsunfähigkeitsversicherung nichts vergessen

Beantworten Sie alle Fragen wahrheitsgemäß. Das gilt nicht nur für Gesundheitsfragen, sondern auch für Hobbys, Sport und den Beruf. Fragen Sie bei Ihrer Krankenkasse und Ihrem Arzt nach. Es kann sein, dass der damals Ihren verstimmten Magen in Ihrer Krankenakte als nervösen Magen diagnostiziert hat. Das können Sie nicht wissen und deshalb bei Ihrem Antrag nicht angeben. Für den Versicherer ist aber so etwas eine gute Möglichkeit, den Vertrag wegen Verletzung der Anzeigepflicht anzufechten. Zu Ihrer Sicherheit sollten Sie den Antrag zusammen mit einem unabhängigen Experten ausfüllen.

2. Rechtsschutzversicherung für rechtliche Streitfragen

Verbraucherschützer und Versicherungsexperten raten dazu, parallel zur Berufsunfähigkeitsversicherung eine Rechtsschutzversicherung abzuschließen, da die Prozesskosten im Fall der Fälle 10.000 Euro und höher sein können.

3. Berufsunfähigkeitsversicherung zahlt nicht – hartnäckig bleiben

Reichen Sie alle geforderten Unterlagen ein. Fragen Sie nach. Wenden Sie sich an den Kundenservice. In vielen Fällen verzögern zwar die Versicherungen die Auszahlung, aber nach einer gewissen Zeit bekommen die Kunden schließlich doch ihr Geld. Fühlen Sie sich diesem „Kampf“ nicht gewappnet, bitten Sie Freunde oder Verwandte um Hilfe. Sie können natürlich auch einen Anwalt beauftragen.

4. An den Ombudsmann wenden

Die meisten Versicherungsgesellschaften arbeiten mit dem Versicherungsombudsmann zusammen. In Streitfällen kann dieser ein für den Versicherer verbindliches, aber für den Versicherten unverbindliches Urteil sprechen. Dieser Service ist für Sie kostenlos.

5. Gerichtsprozess, wenn nichts mehr geht

Der letzte Weg ist der Gang vors Gericht. Stellen Sie sich aber auf einen jahrelangen und sehr teuren Prozess ein. Sie sollten dabei auch wissen, dass nur 15 Prozent aller Fälle, in denen es um Berufsunfähigkeit geht, mit einem positiven Urteil für den Versicherten enden.

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